Bauernmärkte in Salzburg: Markttage, Öffnungszeiten und Spezialitäten

Um 5 Uhr früh gehen am Mirabellplatz die ersten Planen hoch. Der Salzburger Schrannenmarkt beginnt donnerstags zu einer Zeit, zu der anderswo noch kein Marktstand steht - es ist die früheste Marktöffnung Österreichs. In der Hauptsaison stellen rund um die Andräkirche bis zu 190 Standler auf, vom Gemüsebauern über die Fleischhauerei bis zur Gärtnerei.

Insgesamt gibt es im Land Salzburg 22 Bauern- und Wochenmärkte, und sie verteilen sich anders über die Woche, als man es aus dem übrigen Österreich kennt: 13 davon öffnen am Freitag, nur sechs am Samstag. Wer in Salzburg regional einkauft, plant den Wocheneinkauf also auf den Freitagvormittag - außer in der Landeshauptstadt, wo jeder der vier Märkte seinen eigenen Tag und seinen eigenen Charakter hat.

Vier Märkte in der Stadt Salzburg, vier verschiedene Uhrzeiten

Schrannenmarkt am Mirabellplatz

Die Schranne rund um die Andräkirche ist der größte Markt des Landes und findet donnerstags von 5 bis 13 Uhr statt. Fällt der Donnerstag auf einen Feiertag, wird der Markt auf den Mittwoch vorverlegt - eine Regel, die regelmäßig Besucher überrascht, die an Christi Himmelfahrt oder Fronleichnam vor leeren Plätzen stehen.

Den Donnerstag verdankt die Schranne einer Verwaltungsentscheidung: 1906 wies die neue Marktordnung den Platz ausdrücklich als Wochenmarktplatz für Donnerstage aus. Dabei ist es geblieben, mit einer kriegsbedingten Unterbrechung - erst im Juli 1955 kehrte der Markt an seinen ursprünglichen Standort zurück. Der Name stammt vom italienischen „scranna“, der Bank oder dem Ladentisch. Viele Stände sind Familienbetriebe, die seit mehr als 50 Jahren dieselbe Position halten; die Plätze vergibt die Marktbehörde per Bescheid.

Neben Lebensmitteln und Blumen finden sich hier Speisen und Getränke, Textilien, Korbwaren und Lederwaren. Das Backhendl im Stehen gehört für viele Salzburger zum Donnerstag wie der Einkauf selbst.

Grünmarkt am Universitätsplatz

Der Grünmarkt vor der Kollegienkirche läuft an sechs Tagen: Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr, samstags von 6 bis 15 Uhr, an den vier Adventsamstagen bis 19 Uhr. Der Unterschied zwischen Werktag und Samstag ist groß. Unter der Woche stehen rund 40 Standler am Platz, samstags 80 bis 90 - dann wächst der Markt in die Wiener-Philharmoniker-Gasse hinein.

Wer seltene Obstsorten, Beeren, Schwammerl, hausgemachtes Gebäck, Marmeladen und Säfte sucht, ist samstags richtig. Unter der Woche hat sich das Angebot über die Jahrzehnte spürbar in Richtung Souvenir und Imbiss verschoben, weil in der Altstadt immer weniger Menschen wohnen und die Einkaufsgewohnheiten sich geändert haben. Für den ernsthaften Wocheneinkauf lohnt der frühe Samstagvormittag.

Bio-Bauernmarkt am Kajetanerplatz

Freitags von 6 bis 13 Uhr steht im Kaiviertel der einzige reine Bio-Bauernmarkt der Stadt. Er besteht seit über 20 Jahren, das Sortiment reicht von Bio-Fleisch über Käse, Gemüse und Obst bis zu Gebäck und Getränken. Der Platz ist überschaubar, die Wege zwischen den Ständen kurz - das macht ihn zum schnellsten der vier Stadtmärkte, wenn man weiß, was man braucht.

Markt in der Neuen Mitte Lehen

Ebenfalls freitags, von 6 bis 14 Uhr und ausgenommen an Feiertagen, findet der Markt in der Neuen Mitte Lehen statt. Er ist der jüngste der vier und der am wenigsten touristische: Obst und Gemüse, Fleisch, Geflügel und Eier, Fisch, Käse, Brot, Marmeladen, eingelegte Oliven und Artischocken, dazu Blumen und ein Würstelstand. Ein Markt für den Stadtteil, nicht für die Postkarte.

Markttage und Öffnungszeiten im Überblick

Acht Märkte tragen den Großteil des Landes: die vier in der Landeshauptstadt und je einer in Hallein, Radstadt, Tamsweg und Zell am See.

MarktOrtMarkttagUhrzeit
SchrannenmarktSalzburg, MirabellplatzDonnerstag5:00-13:00
GrünmarktSalzburg, UniversitätsplatzMontag bis SamstagMo-Fr 7:00-19:00, Sa 6:00-15:00
Bio-BauernmarktSalzburg, KajetanerplatzFreitag6:00-13:00
Markt Neue Mitte LehenSalzburg, LehenFreitag6:00-14:00
Grünmarkt HalleinHallein, KornsteinplatzSamstag6:30-12:00
Radstädter WochenmarktRadstadt, StadtplatzFreitag7:00-12:00
Tamsweger WochenmarktTamsweg, MarktplatzFreitag8:00-12:00
Stadtmarkt Zell am SeeZell am See, StadtplatzFreitag8:00-13:00 (20. März bis 18. Dezember)

Die übrigen 14 Märkte liegen in kleineren Orten von Straßwalchen bis Rauris. Eine vollständige Aufstellung mit Adressen, Markttagen und Öffnungszeiten führt das Verzeichnis Bauernmärkte in Salzburg, sortiert nach Bezirk und Wochentag.

Warum die Ware hier so oft Bio ist

Salzburg bewirtschaftet rund 57 Prozent seiner Agrarfläche biologisch - etwa 91.600 Hektar auf rund 3.550 Betrieben. Keine andere Region Europas kommt auf einen höheren Anteil. Das schlägt sich am Marktstand nieder: Wer im Lungau oder im Tennengau einkauft, hat statistisch gute Chancen, ohnehin Bio-Ware in der Tasche zu haben, denn dort liegt der Flächenanteil bei je rund 74 Prozent. Im Pinzgau sind es etwa 56, im Pongau 52, im Flachgau 48 Prozent.

Der Grund liegt in der Topografie. Grünland lässt sich leichter biologisch bewirtschaften als intensiver Ackerbau, und Salzburg ist Grünlandland. Die Zahl der Betriebe sinkt trotzdem: Zwischen 2022 und 2024 gaben rund 250 Bio-Betriebe auf, meist kleine. Umso mehr zählt, ob am Markt tatsächlich der Erzeuger hinter dem Stand steht oder ein Händler mit zugekaufter Ware - fragen Sie im Zweifel nach dem Hof und dem Ort.

Eachtling, Bierkäse, Tauernroggen: worauf Sie in Salzburg achten sollten

Vier Erzeugnisse tauchen an Salzburger Marktständen auf, die es andernorts kaum gibt.

Lungauer Eachtling. „Eachtling“ ist das Lungauer Wort für die Kartoffel. Angebaut wird sie in einem Hochtal auf über 1.000 Metern, was die Vegetationsperiode kurz und die Knolle fest macht. Rund 30 Bauern bauen die verschiedenen Sorten an, betreut vom Lungauer Saatzucht- und Saatbauverein, den es seit 1949 gibt. Am Tamsweger Wochenmarkt kommt sie direkt vom Feld.

Pinzgauer Bierkäse. Ein Schnittkäse aus entrahmter Kuhmilch, mager mit 15 Prozent Fett in der Trockenmasse oder weniger, sechs Wochen mit Rotschmiere gereift. Er ist seit dem 17. Jahrhundert belegt und wurde 1951 im Stresa-Abkommen als typisch österreichische Käsesorte anerkannt. Ohne ihn gibt es keine Kasnock’n und keine Kaspressknödel - und der Name kommt daher, dass er zum Bier gereicht wurde, nicht davon, dass Bier drin wäre.

Lungauer Tauernroggen. Eine Winterroggenlandsorte aus dem Lungau, die mit der Höhenlage zurechtkommt. Sie steckt in dunklen, kräftigen Broten, die vor allem an den Märkten im Süden des Landes zu finden sind.

Pinzgauer Rind. Die kastanienbraune Rasse mit dem weißen Rückenstreifen ist eine der ältesten Österreichs und wird sowohl für Milch als auch für Fleisch gehalten. Fleisch vom Pinzgauer, Tennengauer Berglamm und Pinzgauer Kitz stehen auf der Liste traditioneller Lebensmittel des Landwirtschaftsministeriums für Salzburg, die insgesamt 16 Erzeugnisse umfasst.

In den Gebirgsgauen hat der Markt eine Saison

Sieben der 22 Märkte laufen nicht das ganze Jahr, und sie liegen alle außerhalb des Flachgaus. Der Stadtmarkt in Zell am See etwa öffnet 2026 vom 20. März bis zum 18. Dezember, freitags von 8 bis 13 Uhr am Stadtplatz; die Standanzahl wächst bis zum Sommer kontinuierlich, im September spielt regelmäßig Livemusik. Der Mittersiller Wochenmarkt im Oberpinzgau beschränkt sich auf Mai bis September, freitags von 9 bis 13 Uhr am Stadtplatz, mit Bergkäse, Almbutter, Speck und Honig aus der Umgebung.

Ganzjährig verlässlich sind dagegen die beiden ältesten Märkte außerhalb der Landeshauptstadt. Der Grünmarkt in Hallein am Kornsteinplatz findet samstags von 6:30 bis 12 Uhr statt; rund 15 Standler bieten dort an, und die Familie eines Marktsprechers fährt nach eigenen Angaben seit etwa 200 Jahren auf diesen Markt. Ursprünglich war es ein reiner Grünmarkt, heute stehen dort auch Fisch, Geflügel, Fleisch und Käse. Der Radstädter Wochenmarkt am Stadtplatz läuft freitags von 7 bis 12 Uhr, ganzjährig, mit Obst, Gemüse, Bränden und Säften, Brot, Wurst, Käse, Fisch und Blumen.

Eine Ausnahme ist der Markttag unter der Linde in Wagrain: Er findet am ersten Donnerstag im Monat statt, von 9 bis 12 Uhr am Marktplatz, und das nur zwischen Mai und Oktober - sechs Termine im Jahr. Es ist der einzige Monatsmarkt des Landes.

Häufige Fragen zu Bauernmärkten in Salzburg

Wann öffnet der Schrannenmarkt in Salzburg?

Jeden Donnerstag von 5 bis 13 Uhr rund um die Andräkirche am Mirabellplatz. Fällt der Donnerstag auf einen Feiertag, findet der Markt am Mittwoch zur selben Zeit statt.

Welcher Salzburger Markt hat die größte Auswahl?

Nach Standanzahl die Schranne mit bis zu 190 Ständen in der Hauptsaison. Wer bäuerliche Ware statt Imbiss und Textilien sucht, fährt aber besser samstags zum Grünmarkt am Universitätsplatz, wo dann 80 bis 90 Standler aufstellen - doppelt so viele wie unter der Woche.

Gibt es in Salzburg einen Bauernmarkt am Sonntag?

Nein. Keiner der 22 Märkte im Land öffnet sonntags. Der Freitag ist mit 13 Märkten der stärkste Tag, gefolgt vom Samstag mit sechs.

Wo kaufe ich in Salzburg direkt beim Bauern ein?

Am ehesten an den kleineren Gau-Märkten und am Bio-Bauernmarkt Kajetanerplatz. Auf großen Stadtmärkten mischen sich Direktvermarkter und Händler mit zugekaufter Ware. Ein Blick auf die Beschriftung des Standes und eine Frage nach dem Hof klären das in zehn Sekunden.

Welche Märkte haben im Winter offen?

15 der 22 Märkte laufen ganzjährig, darunter alle vier Stadtmärkte sowie Hallein, Radstadt und Tamsweg. Die saisonalen Märkte liegen in den Gebirgsgauen und schließen im Herbst.

Weiterführende Quellen

Wie sich Salzburgs Märkte im Vergleich zu Wien, Graz oder Innsbruck schlagen, zeigt die Übersicht zu den 20 schönsten Bauernmärkten in Österreich.

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